Kontaktprinzip: Arbeitsstrom oder Ruhestrom

Für die Elektrofachkraft: die vier Signale des Netzbetreibers, ihre Kontakte und die Umschaltung ohne Umverdrahtung.

Dieses Kapitel betrifft die Betriebsart FNN-Steuerkontakte und richtet sich an die Elektrofachkraft, die die Box an die Steuerbox des Netzbetreibers anschließt. Für die Betriebsart EEBUS ist es nicht relevant.

Die vier Signale und ihre Kontakte

Der Netzbetreiber gibt seine Vorgaben über bis zu vier Signale an die digitalen Eingänge der Box. S1 und S2 sind Schließer (ein Kontakt, der schließt). W3 und W4 sind Wechsler mit drei Klemmen: einem Öffner-Zweig und einem Schließer-Zweig um einen gemeinsamen Kontakt.

SignalKontakt an der SteuerboxWirkung, wenn aktiv
S1SchließerEinspeisung auf 60 % begrenzen (§9)
S2SchließerEinspeisung auf 30 % begrenzen (§9)
W3Wechsler (Öffner/Schließer)Einspeisung auf 0 % begrenzen (§9)
W4Wechsler (Öffner/Schließer)Netzbezug auf maxDimPower begrenzen (§14a)

Bei den Wechslern W3 und W4 belegt der Netzbetreiber nur einen der beiden Zweige, entweder den Öffner oder den Schließer. Welcher es ist, steht im Anschlussplan des Netzbetreibers.

Arbeitsstrom oder Ruhestrom

Ob ein Signal über den Schließer- oder den Öffner-Zweig geführt wird, ist von Netzbetreiber zu Netzbetreiber verschieden. Deshalb lässt sich in der Weboberfläche für jedes Signal einzeln das Kontaktprinzip wählen:

  • Arbeitsstrom (Voreinstellung): Der Kontakt liegt an, wenn das Signal aktiv ist. Anliegende Spannung bedeutet also Reduzierung. Fällt die Leitung aus, gibt die Box frei.
  • Ruhestrom: Der Kontakt liegt im Normalbetrieb an und öffnet, wenn das Signal aktiv wird. Fehlende Spannung bedeutet Reduzierung. Dieses Prinzip ist bei einem Leitungsausfall eigensicher.

Die Fachkraft klemmt den vom Netzbetreiber genutzten Zweig auf die passende Klemme und stellt das Prinzip bei der Inbetriebnahme im Einrichtungs-Assistenten auf der Seite „§14a/§9" ein, gemäß dem Anschlussplan des Netzbetreibers.

Vorteil ohne Umverdrahtung: Weil das Kontaktprinzip je Signal in der Weboberfläche umschaltbar ist, passt sich die Box an jeden Netzbetreiber an. Ein Wechsel des Prinzips ist eine Einstellung, keine Änderung an der Verdrahtung.

Ausfallsicherheit über EEBUS

In der Betriebsart EEBUS-Steuerbox übernimmt die Steuerbox die Ausfallsicherheit über ihren Heartbeat: Bricht die Verbindung zur Steuerbox ab, greifen die vorab hinterlegten Failsafe-Leistungsgrenzen (Einspeisung auf 0 %, Netzbezug auf maxDimPower). Diese über EEBUS geforderte Ausfallsicherheit arbeitet unabhängig von der Weboberfläche und stellt sicher, dass die Anlage auch bei einer gestörten Steuerungsverbindung im zulässigen Rahmen bleibt.