Für die Elektrofachkraft: welche Klemme wofür da ist, die 5-V-Schleife der Steuerkontakte und die beiden SG-Ready-Ausgänge.
Dieses Kapitel richtet sich an die Elektrofachkraft, die das Gerät in Betrieb nimmt. Es beschreibt, welche Klemme wofür da ist und wie die Steuerleitungen aufgelegt werden. Maßgeblich bleiben in jedem Fall der Anschlussplan deines Netzbetreibers und die einschlägigen Errichtungsnormen.
Vor dem Anklemmen
Der Anschluss der Steuer- und Signalleitungen ist einer Elektrofachkraft vorbehalten.
Die beiden SG-Ready-Relais schalten maximal 24 V. Lasten mit 230 V dürfen nie direkt auf die Relais gelegt werden, sondern nur über ein Koppelschütz.
Das Gerät gehört in den Innenraum beziehungsweise in den Schaltschrank, auf eine DIN-Hutschiene.
Welches Gerät an welchen Anschluss
Viele Geräte erreicht das HEMS über das Heimnetz, per LAN oder WLAN. Klemmen brauchen nur die Steuerbox des Netzbetreibers, sofern sie nicht per EEBUS angebunden ist, die SG-Ready-Kontakte der Wärmepumpe und Geräte, die nur Modbus RTU sprechen.
Welches Gerät an welchen Anschluss: Jeder Punkt in einer Zeile ist ein Weg, über den sich das Gerät anbinden lässt. EEBUS zur Steuerbox läuft nur über LAN.
Die Klemmen auf einen Blick
Das Gerät hat zwei Klemmenreihen: oben die Steuerkontakte des Netzbetreibers, unten Versorgung, die beiden SG-Ready-Ausgänge und den Bus.
Klemmenbelegung des Soluxion HEMS Plus. Die amberfarbenen Klemmen geben 5 V aus, die blauen sind Signaleingänge.
Versorgung
Die Versorgung erfolgt mit 5 V DC auf zwei möglichen Wegen:
über die Klemmen 5 V und GND (Block PWR), gespeist aus einem Hutschienennetzteil, oder
über die USB-C-Buchse, gespeist aus einem USB-C-Netzteil mit mindestens 3 A.
Genau eine Quelle. Speise das Gerät entweder über die Klemmen oder über USB-C, nie über beide gleichzeitig.
FNN-Steuerkontakte: die 5 V kommen aus demselben Block
Das ist die Stelle, an der am häufigsten falsch verdrahtet wird. Die Kontakte der Steuerbox sind potentialfrei – sie liefern keine eigene Spannung. Den Steuerstrom gibt das HEMS selbst aus: die erste Klemme jedes Blocks ist eine 5-V-Speisung, je über eine eigene 100-mA-Sicherung.
Der potentialfreie Kontakt schließt damit eine Schleife: von der 5-V-Klemme hinaus, durch den Kontakt der Steuerbox, auf die Signalklemme zurück.
In der Grafik oben ist das die amberfarbene Klemme jedes Blocks. S1 und S2 sind zweipolig (5 V und Signal), W3 und W4 dreipolig (5 V, NO und NC).
Kein separater Masse-Rückweg. Der potentialfreie Kontakt zwischen der 5-V-Klemme und der Signalklemme genügt zum Durchschalten. Eine zusätzliche GND-Verbindung für die Steuersignale ist nicht nötig.
W3 und W4: nur eine der beiden Klemmen wird belegt
W3 und W4 sind Wechsler. Der Netzbetreiber belegt nur einen der beiden Zweige, entweder den Schließer oder den Öffner. Welcher es ist, steht in seinem Anschlussplan.
Arbeitsstrom (Voreinstellung): auf die Klemme NO klemmen.
Ruhestrom: auf die Klemme NC klemmen.
Die jeweils andere Klemme bleibt unbelegt und wird ignoriert. Anschließend wird das Kontaktprinzip je Signal in der Weboberfläche eingestellt, damit die Box die belegte Klemme auswertet – ausführlich in Kontaktprinzip.
Hier entscheidet die Klemme, nicht die Software. Bei W3 und W4 legt das Kontaktprinzip fest, welche Klemme gelesen wird. Ist der Draht auf der falschen Klemme, wirkt das Signal nie oder dauerhaft. Klemme und Einstellung in der Weboberfläche müssen zusammenpassen.
Bei S1 und S2 ist das anders: Beide Prinzipien nutzen dieselbe Klemme, das Prinzip ändert nur die Auswertung in der Software. Eine Fehlverdrahtung ist dort nicht möglich.
SG-Ready: zwei potentialfreie Schließer
Für die Wärmepumpe stehen zwei Relaisausgänge bereit, beschriftet mit „Sperre" und „Erhöht" (im Anschlussplan als Klemmen 18/20 beziehungsweise 15/17 bezeichnet).
Beide Ausgänge sind potentialfrei und schalten maximal 24 V.
Im Ruhezustand sind die Kontakte offen, das entspricht dem Normalbetrieb der Wärmepumpe.
Die zwei Klemmen eines Ausgangs bilden zusammen einen Schließer. Die Adernfolge ist beliebig – ein potentialfreier Kontakt kennt keine Polarität.
SG-Ready ist ein 2-Bit-Standard: zwei Kontakte an der Wärmepumpe ergeben vier Betriebszustände. Beide Relais gehören deshalb an die zwei SG-Ready-Kontakte derselben Wärmepumpe. Die Steuerung nutzt davon drei Zustände: Normalbetrieb, Erhöht und Sperre.
„Erhöht" angezogen: Anhebung, etwa bei Solarüberschuss oder günstigem Börsenstrom.
Die vier 5-V-Klemmen der oberen Reihe sind eine feste, gesicherte Speisung für die Kontaktschleifen der Steuerbox, je 100 mA. Sie sind nicht schaltbar und lassen sich nicht als Ausgänge verwenden, um ein Gerät ein- oder auszuschalten.
Die Angaben in diesem Kapitel beschreiben die Klemmenbelegung des Soluxion HEMS Plus und ersetzen weder den Anschlussplan des Netzbetreibers noch die Beurteilung durch die ausführende Elektrofachkraft.